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Warum der Ping steigt, sobald die Leitung beschäftigt ist

Das Muster ist immer gleich: Die Latenz ist in Ordnung, bis etwas heruntergeladen wird, dann springt sie für zwei Sekunden um hunderte Millisekunden und beruhigt sich wieder. Anrufe stocken, Spiele ruckeln, und jeder Speedtest behauptet, die Leitung sei gesund. Das ist Bufferbloat — eine Warteschlange irgendwo auf dem Weg hält Ihre Pakete zurück, während sie eine große Übertragung abarbeitet.

Drei Schritte, die den Verursacher benennen

  1. Messen Sie zuerst die Latenz im Ruhezustand. Wenn nichts anderes das Netz nutzt, pingen Sie einige Sekunden eine stabile Adresse an und notieren den Median. Das ist Ihre Basislinie — ohne sie sagt der zweite Wert nichts aus.
  2. Messen Sie erneut unter Last. Sättigen Sie die Leitung erst mit einem Download, dann mit einem Upload, und pingen Sie durchgehend weiter. Der Anstieg über die Basislinie ist der Bufferbloat: unter 30 ms ist gesund, über 200 ms zerstört Gespräche.
  3. Lesen Sie die Richtung. Explodiert die Latenz beim Upload, liegt es am Puffer im eigenen Router oder Modem. Explodiert sie beim Download, sitzt die Warteschlange beim Provider. Die Lösungen sind völlig verschieden.
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Fragen, die wirklich gestellt werden

Mein Speedtest zeigt 500 Mbit/s — warum ruckelt es trotzdem?

Weil ein Speedtest misst, wie viele Daten durch ein leeres Rohr passen, und nicht, wie lange ein einzelnes Paket wartet, wenn das Rohr voll ist. Bandbreite und Latenz unter Last sind zwei Messgrößen, und nur die zweite sagt vorher, ob ein Videoanruf überlebt.

Ist mein Router schuld oder der Provider?

Die Richtung verrät es. Bloat beim Upload ist fast immer der Puffer im eigenen Router oder Modem, denn dieses Gerät entscheidet, was als Nächstes gesendet wird. Bloat beim Download sitzt in der Technik des Providers, denn dort wird entschieden, was zu Ihnen geschickt wird.

Warum sagt mein Provider, alles sei in Ordnung?

Seine Tests prüfen die Leitung: Signalpegel, Fehlerzähler, Durchsatz. All das kann perfekt sein, während eine Warteschlange 300 ms Verzögerung hinzufügt. Man wird nicht abgewiesen — es wird etwas anderes gemessen.

Kann ich das selbst beheben?

Liegt der Bloat beim Upload, meist ja: SQM, QoS oder fq_codel im Router aktivieren und den Upload auf etwa 90 % der Leitungsgeschwindigkeit begrenzen. Das tauscht bewusst ein wenig Bandbreite gegen eine kurze Warteschlange. Download-Bloat lässt sich nur abmildern, indem man unter der Leitungsgeschwindigkeit drosselt.

Das Handy testet sauber, der PC ruckelt weiter. Was nun?

Dann ist nicht das Netz das Problem, sondern dieser Rechner. Erster Verdächtiger sind die Treiber des Netzwerkadapters: Standardtreiber des Systems bringen überdimensionierte Sendepuffer ohne Warteschlangenverwaltung mit — genau das erzeugt solche Spitzen. Ein VPN-Client oder eine Security-Suite kann dasselbe bewirken.

Bufferbloat ist nicht das Einzige, was eine scheinbar gesunde Verbindung leise ruiniert. Als Nächstes: die echte Path MTU ermitteln →